ÖGfMM Symposium 2026
10.-12. April 2026, universität Mozarteum, Salzburg
Kurzvortrag:
Von Schmerz zu Nachhaltigkeit: Biomechanische Forschung praktisch angewendet in der klassischen Gitarrenpädagogik
Kurzfassung:
Im Bereich der klassischen Gitarre existieren ebenso viele Spieltechniken wie Gitarrist*innen. Die Vielzahl unterschiedlicher Ansätze hinsichtlich des „richtigen“ Spielens kann insbesondere für junge Studierende verwirrend sein. Vor diesem Hintergrund ist es von entscheidender Bedeutung, sowohl Lehrende als auch Lernende über die physischen Anforderungen des klassischen Gitarrenspiels zu informieren.
Die häufigsten muskuloskelettalen Beschwerden bei klassischen Gitarrist*innen treten in den oberen Extremitäten auf und stehen häufig im Zusammenhang mit Überlastungssyndromen, wiederholungsbedingten Verletzungen oder spielbedingten muskuloskelettalen Störungen. Ursachen, die zu diesen Problemen beitragen, finden sich in der Spieltechnik, der Sitzposition, der Größe des Instruments, der Verwendung von Equipment, dem allgemeinen Gesundheitszustand und der Körperhaltung sowie in den Übungsgewohnheiten, einschließlich der Anzahl der Wiederholungen, der Schwierigkeit des Stücks, der Ergonomie der Bewegungen und der Dauer des Übens. Durch ein Verständnis der Funktionsweise des menschlichen Körpers kann dieses Wissen genutzt werden, um potenziellen Gesundheitsrisiken vorzubeugen.
Im Rahmen meines Vortrags werde ich die häufigsten muskuloskelettalen Beschwerden und Verletzungen bei klassischen Gitarrist*innen vorstellen und mögliche Lösungsansätze präsentieren, die bestimmte Spieltechniken, den gezielten Einsatz von Spannung und Entspannung während des Spielens, die Sitzposition sowie die Ermittlung einer optimalen Haltung und förderlicher Übungsgewohnheiten umfassen. Darüber hinaus werde ich auf die Größe der Gitarre und das verwendete Equipment eingehen sowie die pädagogische Fragestellung erörtern, wie dieses Thema im Unterricht angegangen werden kann.
Als Lehrende tragen wir die Verantwortung, Studierende zu gesunden Spielgewohnheiten zu führen. Es ist entscheidend, die physischen Risiken des Instrumentalspiels erkennen zu können und zu wissen, wie darauf zu reagieren oder nach Lösungen zu suchen ist. Daher lade ich Gitarrist*innen und Lehrende dazu ein, die Art und Weise, wie klassische Gitarre geübt, unterrichtet und verkörpert wird, neu zu überdenken.
